Bava Batra 293

Kapitel 293

א דומה שיש לי בן עכשיו שאין לי בן נכסי לפלוני היה חולה ומוטל במטה ואמרו לו נכסיו למי אמר להן דומה שאשתי מעוברת עכשיו שאין אשתי מעוברת נכסי לפלוני ונודע שיש לו בן או שהיתה אשתו מעוברת אין מתנתו מתנה
1 ich glaubte, daß ich einen Sohn habe, da ich nun keinen Sohn habe, so soll mein Vermögen jenem gehören, oder wenn jemand krank zu Bett lag, und als man ihn fragte, wem sein Vermögen gehören solle, er erwiderte: ich glaubte, daß meine Frau schwanger ist, da aber meine Frau nicht schwanger ist, so soll mein Vermögen jenem gehören, und es sich herausstellt, daß er einen Sohn hat, oder daß seine Frau schwanger ist, so ist die Schenkung ungültig.
ב לימא ר' שמעון בן מנסיא היא ולא רבנן אפי' תימא רבנן דומה שאני
2 Es wäre also anzunehmen, daß es R. Šimo͑n b. Menasja ist und nicht die Rabbanan? – Du kannst auch sagen, daß es die Rabbanan sind, denn anders ist es, wenn er nur glaubte. –
ג ודקארי לה מאי קארי לה מהו דתימא צעריה הוא דקא מדכר קא משמע לן
3 Was dachte der Fragende!? – Man könnte glauben, er wollte nur seinen Schmerz ausdrücken, so lehrt er uns.
ד א"ר זירא אמר רב מנין למתנת שכיב מרע שהיא מן התורה שנאמר (במדבר כז, ח) והעברתם את נחלתו לבתו יש לך העברה אחרת שהיא כזו ואי זו זו מתנת שכיב מרע
4 R. Zera sagte im Namen Rabhs: Wo ist [das Gesetz von der] Schenkung eines Sterbenskranken aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:<i>ihr sollt seinen Erbbesitz auf seine Tochter übergehen lassen</i>; es gibt noch einen anderenÜbergang, der diesem gleicht, das ist nämlich die Schenkung eines Sterbenskranken.
ה רב נחמן אמר רבה בר אבוה מהכא (במדבר כז, ט) ונתתם את נחלתו לאחיו יש לך נתינה אחרת שהיא כזו ואי זו זו מתנת שכיב מרע
5 R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Hieraus:<i>ihr sollt seinen Erbbesitz seinem Bruder geben</i>; es gibt noch eine andere Gabe, die dieser gleicht, das ist nämlich die Schenkung eines Sterbenskranken. –
ו ורב נחמן מאי טעמא לא אמר מוהעברתם ההוא מיבעי ליה לכדרבי דתניא רבי אומר בכולן נאמרה בהן נתינה וכאן נאמרה העברה אין לך שמעביר נחלה משבט לשבט אלא בת הואיל ובנה ובעלה יורשין אותה
6 Weshalb entnimmt R. Naḥman dies nicht aus [dem Schriftverse:] <i>ihr sollt übergehen lassen</i>? – Dieser ist für folgende Lehre Rabbis nötig: Rabbi sagte: Bei allen heißt es <i>geben</i> und bei dieser heißt es <i>übergehen</i>, denn nur bei einer Tochter geht die Erbschaft von einem Stamme zu einem anderen Stamme über, da ihr Sohn und ihr Mann sie beerben. –
ז ור' זירא מאי טעמא לא אמר מונתתם אורחיה דקרא הוא
7 Weshalb entnimmt R. Zera dies nicht aus [dem Schriftverse]: <i>ihr sollt geben</i>? – Dies ist die gewöhnliche [Ausdrucksweise] der Schrift.
ח רב מנשיא בר ירמיה אמר מהכא (מלכים ב כ, א) בימים ההם חלה חזקיהו למות ויבא אליו ישעיהו בן אמוץ הנביא ויאמר אליו כה אמר ה' צו לביתך כי מת אתה ולא תחיה בצואה בעלמא
8 R. Menasja b. Jirmeja entnimmt dies hieraus:<i>In jenen Tagen erkrankte Ḥizqijahu auf den Tod; da kam zu ihm der Prophet Ješa͑jahu, der Sohn des Amoç, und sprach zu ihm: So spricht der Herr: triff Befehl für dein Haus, denn du wirst sterben und nicht genesen</i>. Nichts weiter als Befehl.
ט רמי בר יחזקאל אמר מהכא (שמואל ב יז, כג) ואחיתופל ראה כי לא נעשתה עצתו ויחבש את החמור וילך אל ביתו אל עירו ויצו אל ביתו ויחנק בצואה בעלמא
9 Rami b. Jeḥezqel entnimmt dies hieraus:<i>Als aber Aḥitophel sah, daß sein Rat nicht zur Ausführung kam, sattelte er seinen Esel und machte sich auf den Weg nach Hause in seine Vaterstadt; da traf er Befehl für sein Haus und erdrosselte sich</i>. Nichts weiter als Befehl.
י ת"ר שלשה דברים צוה אחיתופל את בניו אל תהיו במחלוקת ואל תמרדו במלכות בית דוד ויום טוב של עצרת ברור זרעו חטים מר זוטרא אמר בלול איתמר אמרי נהרדעי משמיה דר' יעקב לא ברור ברור ממש ולא בלול בלול ממש אלא אפילו בלול ורוח צפונית מנשבתו זה הוא ברור
10 Die Rabbanan lehrten: Drei Dinge befahl Aḥitophel seinen Kindern: laßt euch nicht in Streitigkeiten ein; revoltiert nicht gegen die Regierung des Davidischen Hauses; ist das [Wetter am] Wochenfeste klar, so säet Weizen. Mar Zuṭra sagt, er sagte: bewölkt. Die Nehardee͑nser sagten im Namen R. Ja͑qobs: Unter klar ist nicht vollständig klar zu verstehen, und ebenso ist unter bewölkt nicht ganz bewölkt zu verstehen; wenn es bewölkt ist und der Nordwind [die Wolken] fortträgt, so heißt dies schon klar.
יא אמר ליה רבי אבא לרב אשי אנן אדרב יצחק בר אבדימי מתנינן לה דאמר רב יצחק בר אבדימי מוצאי יום טוב האחרון של חג הכל צופין לעשן המערכה נטה כלפי צפון עניים שמחים ובעלי בתים עצבין מפני שגשמי שנה מרובין ופירות מרקיבין
11 R. Abba sprach zu R. Aši: Wir stützen uns auf eine Lehre des R. Jiçḥaq b. Evdämi, denn R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: Am Ausgange des [Hütten]festes schaute jeder auf den Rauch des Altars; neigte er sich nach Norden, so waren die Armen froh und die Besitzenden traurig, weil dies ein regnerisches Jahr bedeutete, sodaß die Früchte faulen;
יב נטה כלפי דרום עניים עצבים ובעלי בתים שמחין מפני שגשמי שנה מועטין ופירות משתמרין נטה כלפי מזרח הכל שמחין כלפי מערב הכל עצבין
12 neigte er sich nach Süden, so waren die Armen traurig und die Besitzenden froh, weil dies ein regenarmes Jahr bedeutete, sodaß die Früchte sich verwahren lassen; neigte er sich nach Osten, so waren alle froh; wenn nach Westen, so waren alle traurig. –
יג ורמינהי מזרחית לעולם יפה מערבית לעולם קשה רוח צפונית יפה לחטים בשעה שהביאו שליש וקשה לזיתים בשעה שיניצו ורוח דרומית קשה לחטין בשעה שהביאו שליש ויפה לזיתים בשעה שיניצו
13 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der östliche [Wind] ist immer gut; der westliche ist immer schlecht; der nördliche ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizen zuträglich und den in der Blüte befindlichen Oliven schädlich; der südliche ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizen schädlich und den in der Blüte befindlichen Oliven zuträglich.
יד ואמר רב יוסף ואיתימא מר זוטרא ואיתימא רב נחמן בר יצחק וסימנך שלחן בצפון ומנורה בדרום האי מרבי דידיה והאי מרבי דידיה
14 Hierzu sagte R. Joseph, nach anderen Mar Zuṭra, nach anderen R. Naḥman b. Jiçḥaq: Als Merkzeichen diene dir folgendes: der Tisch nördlich und die Leuchte südlich; die eine [Seite] macht das ihrige gedeihen und die andere das ihrige. –
טו לא קשיא הא לן והא להו
15 Das ist kein Widerspruch; eines für uns und eines für sie.
טז תניא אבא שאול אומר יום טוב של עצרת ברור סימן יפה לכל השנה כולה אמר רב זביד האי יומא קמא דריש שתא אי חמים כולה שתא חמימא אי קריר כולה שתא קרירא למאי נפקא מינה
16 Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn der erste Tag des Wochenfestes klar ist, so ist dies ein gutes Zeichen für das ganze Jahr. R. Zebid sagte: Ist der erste Tag des Neujahrsfestes warm, so ist das ganze Jahr warm, und ist er kalt, so ist das ganze Jahr kalt. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –